
Zwischen Treffpunkt und Konfliktpotenzial
Jugendliche treffen sich gerne draussen – doch was passiert, wenn Anwohner*innen sich gestört fühlen? Die Gemeinde setzt auf verschiedene Massnahmen, um Konflikte im öffentlichen Raum zu entschärfen.
Der Frühling ist da, die Tage werden länger, die Temperaturen wärmer und viele Menschen geniessen wieder mehr Zeit draussen. Nebst den eigenen Terrassen, Balkonen oder Gärten, wird auch der öffentliche Raum wieder verstärkt in Anspruch genommen. Insbesondere Jugendliche nutzen öffentliche Plätze als Treffpunkte, was gewisse Herausforderungen mit sich bringt.
Spannungsfeld öffentlicher Raum
Für viele Jugendliche ist der öffentliche Raum mehr als nur ein Durchgangsort – er ist ein sozialer Treffpunkt. Hier können sie sich frei bewegen, Freunde treffen und ihre Freizeit gestalten. Öffentliche Plätze bieten ihnen Unabhängigkeit und eine Möglichkeit, sich auszudrücken. Doch ihre Präsenz sorgt nicht immer für Begeisterung. Im letzten Herbst sind verschiedene Rückmeldungen bei der Gemeinde eingegangen: Von Lärm, Littering und Vandalismus bis hin zu Provokationen und Belästigungen gegenüber Anwohner*innen. „Diese Feedbacks müssen wir ernst nehmen“, so Gemeindepräsident, Peter Bruhin.
Massnahmen der Gemeinde
Besonders Spielplätze, Schulareale und der Zentrumsplatz sind Orte, an denen es zu Konflikten kommt. «Es geht nicht darum, Jugendliche aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen», erklärt Bruhin, «sondern um ein respektvolles Miteinander zu fördern.» Daher setzt die Gemeinde verschiedene Massnahmen um:
- Die Mitarbeitenden der Offenen Jugendarbeit wird vermehrt an entsprechenden Orten präsent sein, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und auf den respektvollen Umgang im öffentlichen Raum hinzuweisen. Auch im Jugendtreff wird verstärkt auf Thematiken wie Rücksichtnahme, Müllvermeidung und Lärmschutz sensibilisiert.
- Die Sicherheitsdienste der VÜCH haben ihre Rundgänge durch Wittenbach wieder aufgenommen und erinnern die jungen Leute an die geltenden Regeln wie etwa die Nachtruhe ab 22:00 Uhr, Littering oder je nach Ort an das Verbot von Alkohol- und Zigarettenkonsum.
- Die Gemeinde prüft an verschiedenen Plätzen, in Absprache mit den jeweiligen Grundeigentümern*innen, den Einsatz von Videokameras.
Diese Massnahmen zielen darauf ab, den unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung an den öffentlichen Raum gerecht zu werden.